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Seid in ihm verwurzelt

Pétur Björgvin @ 07.25 30/4/13

Andacht, DV, 29. April 2013

Seit 2000 Jahren werden Berichte über Jesu Worte und Taten von Mensch zu Mensch weitergegeben. In diesem Sinne hat im Jahr 80 ein Schüler vom Apostel Paulus einen Brief an die christliche Gemeinde in Kolossä in Kleinasien verfasst. In dem Brief heißt es unter anderem:

KolosserIm Jahr 367 verschickt Athanasius, Bischof von Alexandria in Ägypten seinen 39. Osterbrief. Dort heißt es, das Neue Testament werde 27 Bücher beinhalten, unter anderem den Kolosserbrief.

Wer im Jahr 800 Lateinisch konnte, freute sich über die Vulgata, eine neue lateinische Bibelübersetzung.

Ein Christ muss die Bibel in seiner Muttersprache lesen können dachte der auf der Wartburg untergetauchte Martin Luther und fing im Jahr 1521 als Junker Jörg mit der Übersetzung der Bibel an.

Das gleiche dachte Oddur Gottskálksson im Jahr 1534 und zog sich deshalb täglich im Kuhstall am Bischofssitz Skálholt in Island zurück und übersetzte das Neue Testament. Seine Muttersprache: Isländisch.

Muttersprache super, da braucht es aber weitere Motivation. So dachten die Brüder in Herrnhut 1728. Und gaben den Anwesenden in der Singstunde die erste Losung mit auf den Weg.

Muttersprache ja klar, Losungen super, aber Kontinuität muss auch sein dachten welche im Jahr 1970 und gründeten die Ökumenische Arbeitsgemeinschaft für Bibellesen. Seither erstellt sie jährlich einen ökumenischen Bibelleseplan. Dieser Bibelleseplan wird auch in den Losungsbüchern abgedruckt.

Es ist Anfang April 1990. Ich bin zu Gast bei einer Familie in Münsingen. Zum ersten Mal sehe ich ein Losungsbuch. Mir kommt die Idee etwas fremd vor. Mein Bruder aber ist begeistert.

Es ist Ende November 2005. In Island hält mein Bruder, immer noch sehr begeistert von den Losungen, das erste Exemplar von den Losungen in Isländisch in der Hand. Seine Frau und er fühlen sich berufen in Island die Losungen herauszugeben.

Es ist Ende März 2013. Ich packe meine Sachen, bald fliege ich nach Deutschland. Neben der Bibel packe ich auch Lykilord 2013 ein, das ist das Losungsbüchlein auf Isländisch. Ein mir vertrautes und wichtiges Buch.

Es ist Montag, 8. April 2013. An diesem Morgen komme ich als Erster ins Haus. Die erste Arbeitswoche liegt schon hinter mir. Ich schlage mein isländisches Losungsbuch auf und schaue nach wo die fortlaufende Bibellese zu finden ist, hatte ich doch durch den Umzug und den Trubel ein paar Tage lang nicht in der Bibel gelesen. Ich schlage in der Neuen Genfer Übersetzung nach und lese:

Kolosser

In meinem Herzen steigt Dankbarkeit auf. Für mich wird aufs Neue deutlich dass Jesu Wort über Zeit und Ländergrenzen hinweg dasselbe bleibt. Seit 2000 Jahren dürfen Menschen überall auf der Welt aufs Neue die Botschaft hören, weil es Menschen gibt die bereit sind Zeit und Geld zu investieren um sein Wort weiterzugeben.

Die Herausforderung aber bleibt. Als Werkzeuge in Gottes Hand sind wir alle im evangelischen Jugendwerk dazu berufen mit jungen Menschen auf Gottes Wegen unterwegs zu sein. Mit Latein können wir gar nicht kommen und Luthers Übersetzung kommt nicht immer an. Selten können wir den jungen Menschen ein Losungsbuch schicken, desto öfter aber eine SMS und wenn wir die fortlaufende Bibellese via Internet und co gestalten werden manche mitmachen. Wir fragen nicht nur nach der Muttersprache sondern nach dem Miljeu, der Umgebung des jungen Menschen weil wir verstehen möchten wie wir von Jesu Worten und Taten berichten können. Bei all diesen Veränderungen dürfen wir jedoch nicht vergessen: Die Botschaft bleibt die Gleiche. Da dürfen wir uns nicht in die Irre führen lassen. Amen.

url: http://pb.annall.is/2013-04-30/seid-in-ihm-verwurzelt/


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